burnout

Hinter den stark zunehmenden Krankheitsfällen in den Firmen verbirgt sich eine hohe Dunkelziffer an Burnout-Symptomatiken. Im Prinzip kann es jeden treffen. Allerdings bedarf es auch einer ganz bestimmten Persönlichkeitsstruktur um für ein "Ausbrennen" anfällig zu sein. Stark betroffen sind Menschen in sogenannten Helferberufen (Ärzte, Pflegepersonal, Lehrer, Sozialarbeiter usw.), Menschen die verantwortungsvolle Positionen begleiten oder sich selbst sehr hohe Ziele setzen. Und, oft belächelt, aber sehr häufig betroffen sind alleinerziehende Elternteile, weil sie die Dreifachbelastung Job, Erziehung und Haushalt einfach nicht mehr schaffen.

 

Phasen eines Burnouts

 

Phase 1:     Überlastung

 

Phase 2:     Aggression, Kampf

Durch vermehrte Anstrengung (Aktivität) und emotionale Verausgabung versuchen die Betroffenen das unausweichliche Scheitern zu verhindern.

 

Phase 3:     Flucht und Rückzug

 

Phase 4:     Isolation und Depression

Oft entstehen erst jetzt ein spürbarer Leidensdruck und ein Bedürfnis nach Hilfe und Unterstützung.

 

burnout Symptome

 

1.)  Emotionale und körperliche Erschöpfung

Müdigkeit, Kraftlosigkeit, vermehrtes Schlafbedürfnis, mangelnder Antrieb

 

2.)  Die Persönlichkeit verändert sich

Man erkennt sich selbst nicht wieder

Verhalten und Empfinden entsprechen nicht mehr der ursprünglichen Persönlichkeit. Gefühllose, gleichgültige, zynische oder sarkastische Einstellung gegenüber anderen Menschen. Diese werden abgelehnt, die Faust wird in der Tasche geballt. Selbst geliebte Partner, Kinder oder Freunde werden unwirsch, aggressiv, ohne Verständnis behandelt.

 

3.)  Abnehmende Leistungsfähigkeit

Konzentrationsprobleme, zunehmende Fehler bei der Arbeit

 

 

Ein Teufelskreis entsteht...

 

Der soziale Rückhalt, das tragende Netzwerk werden zerstört. Aufgrund der abnehmenden Leistungsfähigkeit wird man im beruflichen Umfeld angreifbar. Das Leben gerät außer Kontrolle.

 

burnout ursachen

 

Wie eingangs erwähnt hat die Burnout-Symptomatik auch immer etwas mit der Persönlichkeitsstruktur zu tun. Mittlerweile weiß man, dass immer das Zusammenspiel von zwei Ursachen für den Auslöser eines Burnouts verantwortlich ist:

 

Ursache 1: Arbeitsbedingungen, äußere Umstände

  • hohe Arbeitsbelastung, Stress
  • mangelnde Ressourcen (Personal, Finanzmittel)
  • fehlendes oder wenig positives Feedback
  • ständige Konfrontation mit Problemen
    z. B. durch Kunden, Klienten, Schüler, etc.
  • keine klare Abgrenzung zwischen Beruf und Privatleben
  • zu hohe oder unklare Erwartungen und Zielvorgaben
  • Zerrissenheit zwischen den Erwartungen des Chefs, der Mitarbeiter, der Kunden, Klienten oder Patienten
  • mangelhafte Arbeitsorganisation, Strukturen und Rahmenbedingungen
  • schlechte Teamarbeit, Konflikte, Kompetenzgerangel
  • Überforderung durch zu komplexe oder sich ständig ändernde Aufgaben
  • geringer Verdienst (hauptsächlich in Non-Profit-Organisationen) und die darin gesendete Botschaft: "Deine Arbeit ist nicht viel wert!“
  • drohender Arbeitsplatzverlust

 

Warum brennt nun der eine aus, während der andere scheinbar immun gegen das Burnout-Syndrom ist - und das, obwohl er in derselben Abteilung arbeitet und mit den gleichen Umständen zu kämpfen hat? 

 

 

Ursache 2: Die Persönlichkeit des Betroffenen

 

Zu den äußeren Umständen muss noch eine zweite Komponente kommen, um am Burnout Syndrom zu erkranken: die Persönlichkeitsstruktur des Betroffenen mit ihren inneren Wünschen und Ängsten. Hier ein Auszug:

  • sehr hohe Ideale / Ehrgeiz
  • Perfektionismus
  • die Unfähigkeit, „Nein“ zu sagen
  • die Angst vor Ablehnung
  • die Angst, den Erwartungen anderer nicht zu entsprechen
  • die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, Sicherheit zu verlieren
  • die Angst vor Versagen
  • den Wunsch, den Menschen wirklich helfen zu können
  • den Wunsch nach Anerkennung, Wertschätzung

 

Bei der Frage, wie das Burnout Syndrom im jeweiligen Fall entstehen konnte (bzw. bei der Suche nach den wirklichen Burnout-Ursachen), muss beides betrachtet und in Verbindung zueinander gebracht werden:

 

a) die äußeren Umstände und

b) der Einzelne mit seinen inneren Zielen und Leitsätzen, seine "inneren Antreibern", seinem Wertesystem aus Geboten und Verboten das meist schon seit der Kindheit im Unterbewusstsein arbeitet.

 

Weder beim Einzelnen allein noch ausschließlich in den äußeren Umständen liegt die Ursache die zum Ausbrennen geführt hat. Vielmehr ist es das System, das Ineinandergreifen dieser beiden Komponenten.

 

Genau hier setzt der Systemische Ansatz an. Er erlaubt es, die Situation von außen zu betrachten und die inneren Anteile bewusst zu machen die zu diesem Zusatnd beigetragen haben. Dadurch kann die Struktur des jeweiligen Systems (Beruf, Familie usw.), die innere Einstellung und der Zusammenhang mit der auftretenden Symptomatik verstanden werden.

 

Die gute Nachricht ist: Ein Burnout kann behandelt werden. Wenn man die Ursachen erkannt hat, kann man ganz gezielt an den inneren Glaubenssätzen und dem Selbstbild arbeiten. Wenn die innere Einstellung sich verändert, verändert sich auch automatisch das persönliche Verhalten und der Umgang mit sich selbst.

Von innen sieht ein Hamsterrad aus

wie eine Karriereleiter!

 

 


Burnout-Syndrom


Burnout hat viele Namen (Diagnosen):

  • Ausgebranntsein (Z73.0)
  • Erschöpfungsdepression (F32.9)
  • Anpassungsstörung (F43.2)
  • Chronisches Erschöpfungssyndrom (G93.3)
  • Neurasthenie (F48.0)

 

Die Diagnose "Burnout" selbst ist bis heute nicht in der ICD10 (internationale Codierung von Krankheiten) hinterlegt. Ärzte behelfen sich dann gerne durch die eingangs genannten Diagnosen. Letztendlich bedarf es einer genauen Abklärung bevor die "Ausschluss-Diagnose" gestellt werden kann. Das bedeutet, dass Schritt für Schritt Krankheiten, Funktionsstörungen und Dysregulationen auf allen Ebenen des gesamten Organismus "ausgeschlossen" werden müssen bevor ein Burnout-Syndrom diagnostiziert werden kann. Dies setzt eine enge Kooperation mit den Fachärzten voraus.